Torrent Neuf

Wiederentdeckung der Suone

Nach dem Neubau 1934 war die historische Suone für die Menschen vor Ort erst einmal kein Thema und man kann annehmen, dass der Verfall in der hochalpinen, steilen Umgebung rasch vorangegangen ist.

Die Bisse von Torrent Neuf teilte damit das Schicksal zahlreicher Suonen, ein Begriff übrigens, der wahrscheinlich althochdeutsch „Graben“ oder „Furche“ bedeutete. Man ersetzte sie durch Röhren. Aber es gab immer wieder wissenschaftliche Untersuchungen dazu. Bemerkenswert ist die Arbeit der Wirtschaftsnobelpreisträgerin Elinor Ostrom, die anhand von Forschungen in den 80er Jahren am Beispiel der gemeinschaftlichen Bewirtschaftung der Suonen die Theorie aufstellte, dass die natürlichen Ressourcen durch gemeinschaftliches Eigentum besser verwaltet werden als durch Privateigentum.

Die eigentliche Wiederentdeckung der Bisse von Torrent Neuf fällt in das neue Jahrtausend. 2005 gründet sich ein Verein (Association pour la Sauvegarde du Torrent Neuf), der an die historische Leistung der Vorfahren erinnern will. Man begann damit den oberen Abschnitt der Suone zu erneuern.

Um das Bauwerk Besuchern zugänglich zu machen, war auch die Neuanlage eines Weges notwendig, der sie an das Bauwerk in der senkrechten Branlires-Felswand heranführt.

Schon ursprünglich war die Suone in diesem Abschnitt ein Holzkanal, der zusammen mit einem Laufsteg an Balken aufgehängt und am Felsen befestigt war. Daran konnte man beim Bau des Weges anknüpfen.